„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“

Während des Mittelalters waren Mönche und auch Nonnen die bekanntesten Bierbrauer ihrer Zeit. So ziemlich jedes Kloster hatte eine angeschlossene Brauereianlage in ihren Mauern. Den Abteien werden von Historikern eine Reihe von innovativen Brauverfahren zugeschrieben, die über die bloße Einführung von Hopfen in den Brauprozess hinausgehen. Dazu gehört auch die Kaltlagerung des Bieres, um während des Reifungsprozesses den Geschmack zu verbessern. Bierbrauereien in belgischen Klöstern sind auch heute noch weltbekannt.

Die Klosterbrauereien

Im Jahre 820 n. Chr. führte das karolingische Kloster St. Gallen in der Schweiz die mittelalterliche Methode der Klosterbierbrauereien ein. Die Idee dabei war, drei Brauereien zu betreiben. Eine Einrichtung würde ihr Bier zum Verkauf und für Reisende brauen, eine weitere für den Eigenbedarf der Mönche dienen und die letzte produzierte Bier, das den Armen gegeben wurde. Unterschiedliche Bierqualitäten waren die Folge. Zu einem Zeitpunkt hatten die brauenden Mönche herausgefunden, dass man Wasser mehrmals durch die Maische laufen lassen konnte, um verschiedene Konzentrationen zu erhalten. Diese Methode wurde erstmals von jesuitischen Brauern dokumentiert, die den Reisenden ein Bier zu fünf Prozent anboten, während sie das minderwertige Bier zu 2,5 Prozent für sich selbst verwendeten. Sobald sich die Methode durchgesetzt hatte, zahlten die Leute einen höheren Preis für die stärkere Version, welche die Anschaffungskosten des zusätzlichen Getreides überstieg. Anschließend wurden stärkere Biere mit noch mehr Durchläufen durch die Maische möglich. Der letzte Durchlauf war der Schwächste und wurde den Bedürftigen gespendet.

Das Gebräu der Trappisten

Trappisten- oder auch Zisterziensermönche sind dafür bekannt, einige der würzigsten und stärksten Biere überhaupt herzustellen. Der Orden der Trappisten ist ein Zweig der Zisterzienser, der seit dem Mittelalter Bier braut. Da der Zisterzienserorden autark bleiben soll, sind Trappistenmönche dafür bekannt, ihre selbstgemachten Biere zu verkaufen. Während Mönche ein Leben in Abgeschiedenheit, mit Arbeit und Gebet verbringen, glauben sie auch an Wohltätigkeit und Gastfreundschaft. Klöster sind noch immer ein Zufluchtsort für Reisende, die ein sauberes Bett suchen, und der auch einfache Speisen und Getränke anbietet. Im Mittelalter, als Wasser unhygienisch war und viele Krankheiten verursachte, sterilisierte der Brauprozess das Wasser nicht nur, sondern er brachte auch wichtige Nährstoffe in das Getränk hinein. Daher war Bier ein sicheres Nahrungsmittel und ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung. Die Braumethoden von Trappisten befolgen strenge Richtlinien. Jeglicher Gewinn, der durch den Verkauf von Bier erzielt wird, muss direkt an das Kloster zurückfließen, da er für den Unterhalt der Gebäude und die Lebenshaltungskosten der Mönche beiträgt. Alle überschüssigen Einnahmen müssen für wohltätige Zwecke verwendet werden. Von den Trappistenmönchen gebraute Biere müssen komplett in den Mauern des Klosters unter Anleitung von Mönchen hergestellt werden.